Donnerstag, 27. April 2017

[Rezension] Linda Schipp - Memories to do, Allies Liste

Verlag: Drachenmond
Reihe: /
Seiten: 296
Kauf: Kindle - Taschenbuch

Inhalt

In ein Schwimmbad einbrechen, zu einem Candle-Light-Dinner ausgeführt werden, mich an meine Hochzeit erinnern ... Eine seltene Form von Amnesie hat Allies Erinnerungen an die vergangenen 17 Jahre ausgelöscht. Im Herzen noch ein Teenager steht sie ahnungslos vor ihrem zweijährigen Sohn, einem Ehemann, den sie nicht liebt, siebenhundert unbekannten Facebook-Freunden und einem verdächtig dunklen Nebel, der sich über ihre Vergangenheit zieht. Im Leben der 34-jährigen Allie ist nichts mehr von dem übrig, was ihr als Teenager wichtig war nicht einmal ihr Name. Um den Geheimnissen der geschwärzten siebzehn Jahre auf die Spur zu kommen, reist sie zurück in die amerikanische Kleinstadt, in der ihre Erinnerungen enden. An ihrer Seite der Mensch, der ihr am nächsten und nach jahrelanger Trennung am fernsten zugleich ist: Luis. Nur ein Freund, wirklich. Ihr bester Freund. Damals zumindest.

Meine Meinung

Geschichte

Romane über Gedächtnisverlust: Ein heikles Thema, denn die wenigsten haben es selbst erlebt und wissen, wie es sich anfühlt. Doch in diesem Buch hatte ich das Gefühl, dass die Autorin den Nerv getroffen hat.
Allie ist ein spezieller Patient. Zwei Unfälle hatte sie, im Abstand von 17 Jahren. Zweimal im Koma lag sie. Schon eine ordentliche und eher unwahrscheinliche Situation in einem einzigen Leben. Nachdem sie aufwacht fehlen Allie genau die siebzehn Jahre zwischen den Unfällen. Sie versucht ihr Leben zu rekonstruieren, fühlt sich jedoch dabei wie siebzehn und nicht wie 34. Das führt dazu, dass auch ihre Gefühle die der siebzehnjährigen sind, doch ihr 34-jähriges Ich ist sich mit ihr einig. So kommt es dazu, dass man eine seichte, schöne Liebesgeschichte erwartet. Doch durch Allies Mann weiß man sofort, dass die Geschichte nicht so seicht wird, wie vermutet. Zudem hat Allie wichtige Dinge vergessen. Die Vergangenheit aufzuarbeiten ist immer schwer und ich liebe es, Charaktere in ihre Vergangenheit zu begleiten. Allie sucht altbekannte Orte und Freunde auf und setzt sich ihre Vergangenheit Stück für Stück zusammen. Die ganze Geschichte über versucht man selbst diese Teile zusammen zu setzen und herauszufinden, was denn das "Ding" ist, welches ihr verschwiegen wird.
Das Buch ist realistisch geschrieben. Ich konnte mich in Allie hinein fühlen. Ein perfektes Zusammenspiel aus der Akzeptanz des neuen Lebens und der Verzweiflung, dass alte nicht mehr zu kennen.
Ich kann an dieser Stelle gar nicht soviel zum Roman selbst erzählen, da mit der Beschreibung "tiefgründig" schon alles zusammengefasst ist. Man lässt sich auf eine Reise ein, reflektiert auch das eigene Leben, stellt sich zig Fragen über einen selbst. Man wünscht der Protagonistin ein Happy End, leidet und freut sich mit ihr. Am Schönsten fand ich den Schreibstil, der so glaubwürdig rüber kam. Keine unrealistischen Streitereien, Gespräche oder sonstiges. Ein Herzensroman.

Charaktere

Allie kam mir oft gar nicht vor wie 34. Kein Wunder, denn sie ist in ihrem 17-jährigen Ich stecken geblieben und oft fand ich superschön zu lesen, wie frei sie das macht, obwohl sie ja eigentlich älter ist. Ohne die Last vieler Jahre ist man unbefangener, es gibt weniger zu verarbeiten.
Auch Luis hatte ich auf Anhieb gerne. Optisch scheint er ein klischeehafter Bundi zu sein. Kurzes Haar, stämmige Figur. Doch tief in ihm drin sind tiefe Gefühle verborgen. Aber auch düstere und Geheimnisse. Und auch mir viel es schwer ihn bis Ende zu durchschauen.

Schreibstil & Sichtweise

Das Buch ist tiefgründig und mitreißend geschrieben. Man leidet mit Allie, man freut sich mit Allie. Die Geschichte bleibt eher auf einem seichten Level. Süße, kleine, schöne Momente erfreuen den Leser. Überschattet von dem finalen Ende, welches Allie, sowie den Leser in Zwiespalt bringt und nachdenklich stimmt. Die Autorin lockt gekonnt die Gefühle hervor und fokussiert sich aufs Wesentliche.
Geschrieben ist das Buch aus Allies Sicht in der dritten Person.

Zitat 

"Mann muss versuchen, zu Lebzeiten Tausend und Abertausende Erinnerungen zu sammeln. Damit man später einmal von ihnen zehren kann." 
Position 4749

Fazit

Ein Herzensroman, der ein tiefgründiges Thema beleuchtet, welche wohl kaum jemand nachvollziehen kann. Dennoch wirkt es, als steckte die Autorin mittendrin. Die Geschichte wirkte real, nahm einen mit, brachte die Emotionen zum kochen. Die Idee mit der Liste ist wunderbar.


Mittwoch, 26. April 2017

[Rezension] Katharina v. Haderer - Das Herz im Glas

Verlag: Drachenmond
Reihe: /
Seiten: 424
Kauf: Kindle - Taschenbuch

Inhalt 

Auf der Suche nach einem Mörder brechen der Drachenjäger Caedes und seine Schwester Aenne zur sagenumwobenen Stadt Terra Talioni auf. Die Spuren des Schlächters, der menschliche Organe für finstere Blutmagie missbraucht, führen die Geschwister von den Elendsvierteln der Purpurnen Märkte bis hin zu den Klippenvillen der höchsten Aristokratie. Das Netz aus Intrigen reicht weit und Caedes muss bald erkennen, dass er mehr zu verlieren hat, als ihm lieb ist: sein Leben, seinen Verstand und nicht zuletzt auch sein eigenes Herz.



Meine Meinung

Geschichte

Ein Blutmagie-Roman ohne Blutmagie - jedenfalls dachte ich das zu Beginn. Von Anfang an begleitet der Leser Aenne auf ihrer Suche nach dem Besitzer des Herzen im Glas. Nach einiger Zeit fühlte ich mich wie in einem Krimi. Jeder weiß etwas, doch die Informationen müssen in Fetzen zusammengetragen und koboniert werden. In Aennes Welt wird noch aus Organen gelesen. Mit dessen Blut kann Magie gewirkt werden, doch diese ist verboten. So passiert es, dass man bis zur Hälfte des Buches kaum mit der Blutmagie in Berührung kommt. Kleine Abenteuer werden durchlaufen und die Charaktere geraten Seite um Seite tiefer in das Schlamassel.
Ab der Hälfte des Buches war es mir dann nicht mehr möglich das Buch aus der Hand zu legen. Das Geheimnis, welches man von Anfang an verfolgt, wird langsam aufgelöst, Schlag auf Schlag binden die Ereignisse einen an das Buch. Relativ früh, dachte ich zuerst, doch die Spannung lässt auch nach dieser Auflösung nicht nach. Mit jeder Aufdeckung kommt ein neues Rätsel ans Licht. Somit gibt es immer wieder Neues zu erfahren.
Im Finale steigt die Spannung ins unermessliche. Ich war gefangen in der scheinbar unlösbaren Lage. Die Autorin schreckt dabei nicht vor bösen Schicksalen ihrer Charaktere zurück. Zwischendurch war ich sichtlich geschockt. Für schwache Nerven ist dieses Buch definitiv nichts. Die Blutmagie rückt entscheidend in den Vordergrund und das Ende wird schön abgerundet.
Dennoch bleiben viele Faktoren offen, die genug Potenzial für eine Folgeband bieten würden.

Charaktere 

Mein liebster Charakter war eigentlich schon tot. Gleich zu Beginn ziehen die drei Geschwister Caedes, Aenne und Ezra in die Stadt Terra Talioni. Über dessen Toren hängt ein Pferdekopf, der schweigt. Doch nicht so bei dem Trio. In Rätseln spricht er und bei der Auflösung werden die Setze des Pferdes immer wieder eingebunden. Es ist ein kleines Rätsel, welches man über das Buch bekommt.
Bei Aenne und Caedes bin ich zwiegespalten. Einerseits habe ich sie ins Herz geschlossen, andererseits haben beide einen schwierigen Charakter, der sie immer wieder in schlimme Lagen befördert. Aber ohne diese wäre das Buch natürlich nichts.
Vor allem bewunderte ich die Grausamkeit und Hitnerhältigkeit, die verborgenen in vielen Charakteren steckt. Das ganze Buch über weiß man nicht, wem man überhaupt trauen kann. Ich ging als Leser in Deckung. War vorischtig, schlich durchs Buch. Das passiert mir nicht oft.

Schreibstil & Sichtweise

Eine Stadt im Kopf, eine lebhafte Beschreibung auf den Seiten. Sehr detailliert beschreibt die Autorin ihre Stadt, ihre Charaktere, Monster und Erlebnise. Die Erlebnisse werden bildhaft ausgeschmückt, so dass einem etliche Emotionen hervorgelockt werden und man nicht mehr los kommt.
Geschrieben ist das Buch aus den verschiedensten Sichtweisen der Charaktere. In erster Linie Aenne und Caedes, in der dritten Person.

Cover & Titel 

Das Cover ist recht düster gehalten. Das Herz im Glas ist auf einem Stein positioniert. Es leuchtet in der Mitte der Dunkelheit. Im Hintergrund wirkt es, als würden Glühwürmchen leuchten, doch es kann auch die wirkende Magie darstellen.
Der Titel klingt mystisch, dunkel und beschreibt das Buch schon recht gut. Man erkennt sofort, dass es sich nicht um einen seichten Roman handelt.

Zitat 

"Aber die Welt schert sich nicht um Richtigkeiten! Sie schert sich nicht darum, was ich will! Alles, was sie tut, ist erneut zuzuschlagen!" 
- Seite 211

Fazit

Ein durch und durch spannender Blutmagie-Roman, in dem ich die erste Hälfte zwar Probleme hatte, hinein zu finden, doch dann nicht mehr loskam. Meine Gefühle fuhren Karussell. Nichts für schwache Nerven.



Dienstag, 25. April 2017

[Rezension] Alexandra Fischer - Rockherz

Verlag: Drachenmond
Reihe: Rock 'n' roll, Band 1
Seiten: 256
Kauf: Kindle - Taschenbuch

Inhalt

Miami, London, München: Das ist die Welt von Almond. Die Siebzehnjährige ist ein Scheidungskind und lebt für die Momente, die sie bei ihrem Vater verbringen darf. Als Manager von Rockbands hat er Almonds Musikstil geprägt und sie träumt heimlich davon, einmal in seine Fußstapfen zu treten. Bei einem ihrer Besuche lernt sie Burnside Close, die neue Band ihres Vaters, kennen und verliebt sich in deren Leadsänger Morris. Mehr denn je ist Almond daraufhin überzeugt, dass Rockmusik ihr Leben ist. Doch ihre Mutter ist davon so gar nicht begeistert. Als dann auch noch ein schwerer Schicksalsschlag Almonds Leben völlig auf den Kopf stellt, weiß sie bald selbst nicht mehr, was sie eigentlich will und begibt sich auf eine lange Reise, um herauszufinden, was ihr wirklich wichtig ist.


Meine Meinung

Geschichte

Lieben, zweifeln, entdecken, erleben, durchsetzen, stark sein. All das findet man in diesem außergewöhnlichen Roman, der äußerlich wie jeder andere Rock-Roman wirkt, doch inhaltlich durch die jugendliche Selbstfindungsphase leitet und dabei zum Denken anregt. Persönlich konnte ich mich gut in diesem Roman wiederfinden und ich denke, dass es vielen so gehen wird.
Alles fängt an mit Almond, kurz Al. Ihre Eltern leben getrennt: Ihre Mutter eher konservativ und möchte das altbekannte "Beste" für ihre Tochter. Ihr Vater: Managed seine eigene Band und wird von Außenstehenden oft mit Vorurteilen berieselt. Al's Herz schlägt für das Leben ihres Vaters, doch das ihrer Mutter bei weitem nicht. Ein Lernprozess für alle Charaktere beginnt. Die Vergangenheit holt ein, Erlebnisse müssen neu verarbeitet werden, wie immer im Leben findet eine Entwicklung statt.
Ein schwerer Schicksalsschlag, der meiner Meinung nach ein wenig zu viel des Guten war, stößt Al an und sie begibt sich auf eine lange Reise um sich selbst zu finden. Lange braucht sie, um heraus zu finden, was ihr wirklich wichtig ist und das sie ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen muss, um glücklich zu werden.
Die Liebesgeschichte ist in diesem Buch eigentlich eher Nebensache, doch drängt sich weit in den Vordergrund, dadurch, dass sie der fördernde Antrieb ist. Schon am Anfang funkt es gewaltig und am Ende des Buches möchte man einfach wissen, wie es weitergeht. Dadurch, dass man Al's Entwicklung nah miterlebt möchte man am liebsten den Rest ihres Lebens auch weiter verfolgen.

Charaktere

Die Protagonistin Al repräsentiert einen durchschnittlichen Teenager. Man weiß noch nicht, wohin der Weg einen führen wird, was man machen soll, die Entscheidung scheint endgültig und somit wichtig. Al ist sich absolut nicht sicher, was sie machen möchte, doch sie ist sicher: Ihr Herz schlägt für die Rockmusik. Doch sie hat noch nicht gelernt sich durchzusetzen und so wird sie geformt von Stereotypen und ihrer Mutter, die sie in diese drängt. Sie ist nicht glücklich, doch möchte die Menschen, die sie liebt nicht verletzten. Fast jedes Kapitel überkam mich die Schwere, denn jeder kann sich irgendwie in Al hineinversetzen. Sie hat es nicht einfach. Gegen Ende wurde es ein wenig nervig, wie oft Al sich hin und her entscheidet. Sie beendet die eine Sache, um in die andere hineinzuschlittern, die sie gar nicht möchte. Doch die Phase war nur kurzfristig.
Morris scheint ein typischer Rockstar zu sein. Er lebt für die Musik, zieht seine Lebensenergie aus dieser. Sie gibt ihm Kraft und als alles schwer wird rutscht er ab. Das war schon sehr klischeehaft, doch umso schöner war seine Entwicklung zu sehen. Das es Menschen und Dinge gibt, die ihm mehr Kraft geben, als die Hoffnungslosigkeit besiegen kann.
Al's Mutter war eine schwierige Angelegenheit. Man erahnt ihre Vergangenheit, man weiß, warum sie Entscheidungen trifft, die ihre Tochter nicht glücklich machen. Ich habe das Buch auf ihre nette Seite gewartet und verborgenen findet man sie immer. Doch ihre Entwicklung ist Stoff für eine neue Geschichte.

Schreibstil & Sichtweise

Der Schreibstil lässt einen durch und durch mitfiebern. Man spürt alle Emotionen von Al und teilweise war ich kurz davor das Buch aus der Hand zu legen, weil es mich so mitgerissen hat, dass ich mit Al verzweifelt war, das ich bedrückt und Schwermütug wurde. Auf der anderen Seite konnte ich dieses wunderbare Buch einfach nicht zur Seite legen.
Über den Kapiteln sind Zitate aus dem Album von Burnside Down und deren Songnamen. Eine wunderschöne Idee und Kapitel für Kapitel passend.
Geschrieben ist das Buch aus der Ich-Perspektive von Al.

Cover & Titel 

Im Vordergrund sieht man eine Gitarre mit schmuckhaften Verzierungen. Im Hintergrund steht Al, die ihren Kopf zurück wirft. Sie wirkt frei und in ihrem Element. Sie scheint endlich durchatmen zu können.
Der Titel Rockherz gefällt mir sehr gut. Al's Herz schlägt für diese Musik, doch Al möchte auch ihr Leben rocken. Endlich frei sein, ausbrechen. Sie verändert sich wie die Musik, lässt all ihre Emotionen hineinfließen.

Zitat

"Manchmal kam ich mir wie ein Boot vor, dem der Kompass abhandengekommen war. Ich wurde von den Wellen in die Richtung gehoben, die ihnen gefiel. Was machte es für einen Sinn, wenn ich plötzlich das Ruder fand, obwohl ich gar nicht wusste, wo das rettende Ufer lag?"
 - Seite 43

Fazit

Ein tiefgründiger Roman, der einem durch schwere Zeiten helfen kann, um sich selbst zu finden. Man kann zurück blicken und erkennt sich wieder. Berührend, mitfühlend, liebenswert.




Montag, 17. April 2017

[Rezension] Ava Reed - Mondprinzessin

Verlag: Drachenmond
Reihe: Einzelroman mit Kurzgeschichte (noch nicht erschienen)
Seiten: 252
Kauf: Kindle - Taschenbuch

Inhalt

Lynn bemerkt an ihrem Geburtstag, wie sich auf der Haut ihres Unterarms ein Sternenbild abzeichnet. Die einzelnen Punkte leuchten und Lynn versucht verzweifelt, sie zu verstecken. Als nicht nur die Sterne auf ihrem Arm, sondern auch sie selbst zu leuchten beginnt, ist nichts mehr, wie es war. Dunkle Schatten jagen sie die Wächter des Mondes. Und sie begegnet Juri, der ihr erzählt, sie sei eine Prinzessin kein Waisenkind. Trotz Lynns Unglauben folgt sie dem Mondkrieger und stellt sich ihren Verfolgern. Juri verliebt sich in Lynn, doch sie ist einem Prinzen bestimmt und nicht ihm...



Meine Meinung

Geschichte

Lange bin ich um diese Geschichte herumgeschlichen und eigentlich erschließt sich mir nicht so recht, warum. Es kann nur an der Zeit gelegen haben. Denn mittlerweile kann ich sagen, dass das Buch jede einzelne Seite wert war. Rasend schnell hat es sich zu meinen Buchlieblingen geschlichen und möchte nicht mehr aus meinem Herz weichen. Aber erst einmal von vorne ...
Geschichten über den Mond und andere Planeten findet man meistens im Sci-Fi-Bereich. Doch das Sternensystem wird hier ganz anders dargestellt. Bewohner auf jedem Planeten, mit besonderen Fähigkeiten, abgeschirmt von der Welt. Und über allem steht eine alte Legende. Allein diese Legende führte mich auf wunderschöne Reise. Sie war magisch.
Lynn ist die Protagonistin und lebt in einem Waisenheim. Entgegen der meisten Bücher weiß der Leser von Anfang an, wer ihre Eltern sind. Und das war eine erfreuliche Nachricht für mich. Mittlerweile kann man kaum noch ein Buch ohne gestorbene oder verschollene Eltern lesen, doch meistens kennt man diese nicht, da sie noch eine besondere Rolle einnehmen. Nicht so hier.
Die Geschichte geht in einem angenehmen Tempo voran. Wir erleben die Erde und wir erleben den Mond. Die Beschreibungen sind wundervoll, nahmen mich mit auf diesen bekannten und doch so fremden Planeten. Die Idee mit den Tiergefährten erwärmt das Herz eines jeden Tierliebhabers und selbst die Leute, die eine süß-Resistenz haben, werden dahin schmelzen.
Auch die Liebesgeschichte hatte einen nicht-klischeehaften und positiven Faktor: Er ist weder ein Badboy, noch wird er als unbeschreibbar attraktiv dargestellt.
Ava Reed schafft es viele bekannte Faktoren in Neuheiten umzuwandeln. Erst die Sache mit den Eltern, dann mit unserem jungen Mann und letzten Endes mit der Bräutigam-Wahl. Denn diese wirkt kaum noch wie eine Auswahl, als eher ein Einblick in die Welt, die Ava erschaffen hat.
Das große Finale war herzzereißend und dafür liebe ich die Autorin. Natürlich mag ich Happy Ends, doch bin ich eher ein Fan von realistischen Enden. Und dieses kann man hier erwarten. Ich hatte zwar recht zügig eine Vermutung, wer hier der Bösewicht ist, doch lenkte mich die Autorin gekonnt immer wieder auf falsche Wege. Letzten Endes war es meine erste Vermutung, brach der Sache aber keinen Ast.

Charaktere

Ich liebe Lynn. Sie ist so unglaublich normal. Sie hat mit ihren alltäglichen Problemen zu kämpfen und wirkt so lieb. Man möchte sie am liebsten sofort knuddeln.
Ähnlich ging es mir bei Juri. Es ist angenehm mal keinen Badboy zu erleben. Einfach eine Harmonie von Anfang an.
Allgemein wird bei den Charakteren gut portioniert. Ein Gleichgewicht aus Mögen und Misstrauen, aber eigentlich möchte man niemandem misstrauen.
Hinzu kamen die Sternentiere, alle unglaublich süß, zum dahinschmelzen.

Schreibstil & Sichtweise

Entspannt, alltäglich und doch einzigartig entführend. So ist der Schreibstil dieses Buches. Mir vermittelte er perfekt zwei verschiedene Welten. Die Normalität auf der Erde und die Normalität auf dem Mond. Alles war so traumhaft und doch realistisch. Am Boden geblieben und doch abgehoben. Ich habe mich in den Seiten verlieren können, habe mit den Protagonisten gefühlt und mit ihnen gelebt.
Geschrieben ist das Buch in der Ich-Perspektive von Lynn. Die Überschriften eines jeden Kapitels sind kleine Sprüche, die allesamt so war und so schön sind.

Cover & Titel

Das tolle an diesem Cover fand ich von Anfang an die schlichte Art, die es umgibt. Denn großteils ist man von der blau/schwarzen Atmospähre umgeben, doch in der Mitte, da schleich sich der fast schon verschwindende, helle Mond, auf dem Lynn mit ihrem Schutzgeist sitzt. Wie Sterne eines fremden Planeten.
Der Titel ist recht schlicht gehalten. Ausgesprochen klingt er magisch und inhaltlich drückt er Lynns Bestimmung aus.

Zitat

"Seine Zeit verrint schneller als wir dachte und die Trauer hat sich um ihn geschlungen wie eine Schlagen, sie greift seinen Körper an, verfitet seinen Geist und beißt ihre scharfen Zähne mitten in sein Herz. Seine Kräfte lassen nach. 
Bis heute versuche ich zu verstehen, wie sehr man jemanden lieben muss, damit man daran zerbrechen kann." 
- Seite 13

Fazit

Ein Buch, welches sich Seite für Seite in mein Herz geschlichen hat und nicht mehr aus meinem Regal wegzudenken ist. Ich würde es jedem Träumer sofort in die Hand drücken. Es ist magisch!


Freitag, 14. April 2017

[Rezension] Mirjam H. Hüberli - Rebell, Gläserner Zorn

Verlag: Drachenmond
Reihe: Rebell, Band 1 von 3
Seiten: 260
Kauf: Kindle - Taschenbuch

Inhalt

Manche Träume entführen uns in eine Welt, die wir noch nie zuvor betreten haben.
Und obwohl sie uns fremd ist,kennt sie unsere Seele seit Hunderten von Jahren.
Mein Name ist Willow Parker. Eigentlich dachte ich immer, ich sei ein ganz normales Mädchen. Okay, nicht ganz normal, denn wer sieht schon in den Augen der andern deren eigenes Spiegelbild? Aber seit heute weiß ich nicht einmal mehr, was es bedeutet, normal zu sein...




Meine Meinung

Geschichte

Die Idee hatte definitiv etwas an sich, was mich faszinierte. Wir Menschen stellen uns oft Parallelwelten vor und in dieser Geschichte lernen wir eine kennen. Verborgen hinter Glas herrscht weit mehr, als wir zu träumen wagen.
Doch für die junge Willow wird dies Wirklichkeit. Sie gelangt in diese Welt und stellt sich Abenteuern. Dabei komme ich nicht von dem Gefühl los, dass mir alles zu schnell ging. Es ist  immer schwer ein Gleichgewicht zu schaffen, zwischen Ruhepausen, die einem Einblicke in die Welt gewähren und Spannung. Eben diese Ruhepausen haben mir allerdings gefehlt. Schon am Anfang gefiel es mir recht gut, dass Willow nicht sofort in die Spiegelwelt gelangt, doch andererseits war schon viel zu viel von dem kurzweiligen Buch vergangen. Der wortkarge Bo war dabei keine Hilfe. Somit kam es, dass ich am Ende das Gefühl hatte durch die Geschichte gehetzt zu sein, ohne das ich etwas von der Welt, der Mission oder sonstigem wusste, ebenso Willow. Denn man erfährt relativ wenig. Dafür klang das Ende für mich vielversprechend, eben diese Lücke in Band 2 aufholen zu können.
An dem Punkt Spannung hingegen kann und möchte ich nichts kritisieren. Permanent gelangen die Protagonisten von einem Abenteuer ins nächste und man wird durch das Buch gezogen. Das gibt diesem eine tolle Note.

Charaktere

Willow hat eine kesse Art, die mir sehr gefällt. Ein wenig Vorlaut und immer am Nachfragen nach Informationen... was leider dem Leser immer wieder deutlich macht, kaum welche zu bekommen. Dennoch ist Willow anders als so viele Buchcharaktere und sehr erfrischend.
Mit Bo kann ich noch nicht so viel anfangen. Er ist wortkarg und zeigt nur sehr wenig seiner offenen Seite in diesem Band. Das macht es natürlich schwer eine Bindung zu ihm aufzubauen, reizt mich als Leser aber schon ein wenig. Denn meistens liebt man die wichtigsten Charaktere sofort und bei Bo ist alles noch ein wenig verschwommen.

Schreibstil & Sichtweise

Das Buch ist in einem sehr angenehmen Schreibstil verfasst. Durch die kesse Art der Protagonistin hat man immer was zu schmunzeln. Am Anfang pendelt sich alles angenehm ein, doch dann überschlagen sich die Ereignisse. Es wird spannend, es wird abenteuerlich und es wird packend.
Geschrieben ist das Buch in der Ich-Perspektive aus Willows Sicht.

Cover & Titel

In den eigenen Händen gehalten wirken die Farben noch viel intensiver, als hier auf dem Bild. Ich liebe es, wie der Spiegel zentral steht und die Umrandung aussieht, als würde sie einen in diesen hineinziehen. Der Spiegel ist nicht irgendeiner. Genau so wie er aussieht, erscheint er auch im Buch.
Nebst dem Cover kann ich nur immer wieder auf die schönen Illustrationen der Drachenmond-Bücher hinweisen. Das Buch zu kaufen lohnt sich!
Durch einen Spiegel in die Welt der Rebellen? Na, da kann man mit dem Titel nicht viel falsch machen. Er ist recht simpel und umfasst das Buch ganz gut.

Zitat

"Es ist merkwürdig, wenn Namen plötzlich ein Gesicht bekommen, weil man erst dann realisiert, dass man sich die betreffende Person - in diesem Fall den Regenten - ganz anders vorgestellt hat. Sie verlieren ihre fantastische Erhabenheit und werden zu normalen Sterblichen." 
- Seite 201

Fazit 

Ein Buch, was mir definitiv schöne Lesestunden schenkte. Dennoch fehlten mir einige Informationen und ab der Hälfte ging es schlag auf schlag. Die Kombination nahm dann ein wenig das mitreißende Lesegefühl. Dennoch klingt es vielversprechend in Hinsicht auf Band 2.



Dienstag, 4. April 2017

[Neuerscheinungen] Carlsen Impress im Mai



Huhu ihr Lieben!


Endlich ist das neue Impress-Programm draußen für die kommenden vier Monate und aaaaarw! :D
Vor allem im Mai erscheint ein heißersehntes Buch: Das Finale der "Heart against Soul"-Reihe, die mich am Anfang noch skeptisch zurück lies und mich mittlerweile komplett fesseln kann!
Auch neugierig bin ich auf die "Dicionum"-Reihe. ♥
Über die Meeres-Welten-Saga habe ich bislang nicht so gutes gehört. Trotzdem möchte ich die Reihe noch lesen und selbst schauen, ob ich über die Kritikpunkte hinwegsehen kann.